Belastbarkeit und Befahrbarkeit von Tiefgaragen

Blick in's Skript

Vereinfachte Berechnung zur Befahrbarkeit von Tiefgaragen mit Baumaschinen

Gärtnermeister Andreas Unterreitmeier, Absolvent, entwickelte Formeln zur schnellen Schätzung der Leistung von Erdbaumaschinen und zum Zusammenhang zwischen Motorleistung und Einsatzgewicht von Radladern.

  • Das Gewicht von Baumaschinen wird im Sprachgebrauch in kg oder t angegeben.
  • Die Einheit der zulässigen Belastung der Tiefgaragendecke erfolgt in kN/m².
  • Die Umrechnung kann näherungsweise über die Aufstellfläche erfolgen.

Zusammenhang zwischen Motorleistung und Einsatzgewicht bei Radladern

Für Arbeiten auf Tiefgaragen kann das Einsatzgewicht der Baumaschinen eine Rolle spielen. Hier ist folgender Zusammenhang zu beobachten: 

Radlader - Leistung in KW geteilt durch 10  = Einsatzgewicht in t

Beispiel:  40 KW / 10   = 4 t

Dieser Zusammenhang gilt nicht bei Kompaktladern ("Bobcat").

Vergleichswerte nach Prospektangaben
Hersteller Modell Leistung Einsatzgewicht
Liebherr L 506 38 KW 4,3 t
Zeppelin ZL 6B 40 KW 4,2 t
Kramer 412 SL 49 KW 5,08 t
Zettelmeyer ZL 702 B 51 KW 5 t
Kramer 712 75 KW 7,49 t

Die Angaben vom Baustatiker erfolgen in kN/m².

Aus Tabellenwerken ergibt sich:

Ein LKW mit einer Gesamtlast von 300 kN (50 kN Radlast) hat eine Ersatzflächenlast von 16,7 kN/m².

Beispiel einer Tiefgarage mit Feuerwehrzufahrt: 16,7 kN/m²

1 kN/m² entspricht in etwa 100 kg/m²

Annahme:

Ein Rad-Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7 to soll die Tiefgarage während der Bauphase befahren. Der Baustatiker gibt 10 kN/m² als zulässige Belastung an. 

Berechnung über die Aufstellfläche:

7000 kg entsprechen 70 kN
Breite: 2 m
Länge: 4,5 m
Aufstellfläche: 9 m²

70 kN : 9 m² = 7,77 kN/m²

Die vereinfachte Berechnung über die Aufstellfläche ist in vielen Fällen nicht sicher. Wichtig ist die Rückfrage beim ausführenden Statiker.

Hinweis:

Bei der Berechnung über die Aufstellfläche werden folgende Faktoren nicht berücksichtigt:

  • punktuelle Radlast
  • ungleichmässige Verteilung der Last
  • Schwingbeiwerte durch bewegte Fahrzeuge
  • auftretende Scherkräfte bei elastischen Dachdichtungen
  • Veränderung der zulässigen Dachlast durch aufgebrachte Materialien